ASTRID SCHMID | Die Rosskastanie
22137
page-template,page-template-full_width,page-template-full_width-php,page,page-id-22137,ajax_fade,page_not_loaded,boxed,select-theme-ver-3.7,,wpb-js-composer js-comp-ver-5.0.1,vc_responsive
Die Rosskastanie, angenehme Leichtigkeit in schattenspendender Kühle

 

Gerne besucht man an schönen Sommerabenden einen Biergarten, um im Schatten großer Rosskastanien eine deftige Brotzeit und ein kühles Bier zu genießen.
Im 16.Jahrhundert gelangte dieser stattliche Baum von Konstantinopel über Wien nach Europa und wurde schnell zum Modebaum in fürstlichen Parks und Alleen und bald fand man ihn in den Volksgärten, die im 19.Jahrhundert entstanden und unsere Biergartentradition begründeten.

 

Der Name Rosskastanie geht zurück auf die Osmanen, die ihren Pferden Kastanien als Futter und Heilmittel gegen Husten gaben. In der Wildfütterung spielen die Früchte der Rosskastanien heute noch eine Rolle, für Menschen sind diese Früchte allerdings ungenießbar, ganz im Gegensatz zu den Früchten der Edelkastanie, die als fein nussig schmeckende Maronen die Herbst- und Winterküche bereichern.

 

Rosskastanien werden bis zu 30 Meter hoch und sehr alt. Erwähnt werden 1000 jährige Exemplare, die einen Umfang von 4 Metern haben. Charakteristisch sind die typischen Blätter mit ihren 5 Fingern. An den Sprossenspitzen entstehen, zum Licht hinstrebend, eindrucksvolle Blütenstände, die man gerne als Kerzen bezeichnet. Aus den Blüten wiederum entwickeln sich die bekannten stacheligen Kapseln, braunglänzende Kastanien enthaltend.

 

Durch sogenannte „Schwerkraftwanderung“ vermehrt sich dieser Baum. Dabei platzen durch den Aufprall auf den Boden die Kapseln auf und die Kastanien fallen heraus, die im nächsten Frühjahr unterirdisch keimen.

Worin liegt nun die Heilwirkung der Rosskastanienfrüchte?
Kastanien enthalten Aescin, das eine gefäßverstärkende, gerinnungshemmende und entzündungshemmende Wirkung hat. Vor allem bei Venenproblemen findet die Rosskastanie ihr Einsatzgebiet. Bei Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, eventuell begleitet von nächtlichen Wadenkrämpfen, Juckreiz und Beinschwellungen schaffen Rosskastaniensamen Erleichterung. Hilfreich sind zudem ein kalter Unterschenkelguss nach Sebastian Kneipp oder auch handelsübliche Stützstrümpfe. Zur Stabilisierung der Venenwand allerdings vermag die Rosskastanie einen guten Beitrag zu leisten und schafft Erleichterung, wenn die Beine schwer werden und schmerzen.

 

Treten allerdings plötzlich ungewöhnlich starke Beschwerden vor allem in einem Bein auf, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, da diese Merkmale Anzeichen einer ernsten Erkrankung, der Beinvenenthrombose, sein können.

 

Sicherlich hält der Altweibersommer noch schöne Tage bereit, die zu einem Biergartenbesuch einladen. Schwere oder schmerzende Beine sollten den Genuss nicht stören und der eine oder andere mag sich beim Blick in die stattlichen Kronen der Kastanienbäume daran erinnern, dass dieser Baum verlässliche Hilfe schaffen kann.

 

Astrid Schmid, Heilpraktikerin

Zurück zur Übersicht