ASTRID SCHMID | Die Brennnessel
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Die Brennnessel – nährend und wehrhaft

 

Die ersten warmen Sonnenstrahlen locken uns nach draußen, und neben weißen Schneeglöckchen, bunten Krokussen und Tulpen, treiben die ersten jungen Brennnesseln aus der feuchten Erde. Unliebsame Bekanntschaft hat wohl ein jeder schon mit ihnen gemacht, und das Brennen und Jucken, das mit einer Bläschenbildung auf der Haut einhergeht, schmerzhaft erlebt.

 

Im Sommer macht sich der Gärtner diese wehrhafte Seite zunutze, wenn er frisches Brennnesselkraut für einen Tag einweicht und mit diesem Wasser Pflanzen besprüht, die von Schädlingen befallen sind. Setzt er die Pflanzen gar über einige Wochen mit Wasser an, zerfallen sie schnell, und es entsteht eine braune, schwefelig riechende Jauche, die als ausgezeichneter nahrhafter Dünger verwendet werden kann.

 

Neben ihrer Wehrhaftigkeit ist die Brennnessel nahrhaft für die häufigsten und schönsten unserer Schmetterlinge, wie das Tagpfauenauge, der kleine Fuchs oder der Admiral. Ihre Raupen leben von den Blättern der Brennnessel. Auch für uns können junge Brennnesseltriebe eine köstliche „Nahrungsergänzung“ sein. Im Frühjahrssalat ergeben sie eine edle Zutat, die durch ihren erstaunlichen Eisengehalt zum Wohlbefinden beiträgt. Beim Kleinhacken und Walken mit einem Nudelholz zerbrechen die feinen, aus glasartiger Kieselsubstanz bestehenden Brennhaare auf den Blättern und verlieren dadurch ihre schmerzhafte Eigenschaft. Da Müdigkeit und Anfälligkeit gegen Infekte, wie sie im zeitigen Frühjahr gehäuft auftreten, oftmals mit einem Eisenmangel zusammenhängen, können diese beiden unliebsamen Zustände durch Brennnesselzubereitungen gebessert werden.

In der Naturheilkunde werden Brennnesselpräparate auch gegen Gelenkentzündungen angewandt. Der Knorpelabbau bei rheumatischen Erkrankungen kann aufgehalten werden, und erhöhte Harnsäurewerte, wie sie bei der Gicht vorliegen, können sich normalisieren. Sehr bewährt hat sich die Wirkung der Brennnesselwurzeln bei Prostatavergrößerungen älterer Männer. So hat man festgestellt, dass die im Alter zunehmende Umwandlung von Testosteron in östrogenartige Hormone, welche die Prostata wachsen lassen, durch Extrakte aus der Brennnesselwurzel gehemmt wird. Der Harnstrahl wird kräftiger und die Nachtruhe seltener durch Harndrang unterbrochen.

 

Um die Gesundheit zu erhalten oder zu kräftigen, bietet sich eine Frühjahrskur mit Brennnesseln an: Vier Wochen lang täglich eine Handvoll junger Brennnesseltriebe mit heißem Wasser übergossen und heiß getrunken, schafft die Voraussetzung für einen kräftigen wehrhaften Organismus!

 

Astrid Schmid, Heilpraktikerin

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